Unterbewusstsein programmieren

Unterbewusstsein programmieren: So geht’s! (Anleitung in 5 Schritten)

Dein Unterbewusstsein ist wie ein extrem leistungsstarker, unsichtbarer Computer, der jeden Tag dein Denken, Fühlen und Handeln steuert. Doch wusstest du, dass du die Software dieses Computers beeinflussen und seine Arbeitsweise für dich nutzen kannst? Unsere Gastautorin Isabelle Müller-Pál erklärt, wie wir unser Unterbewusstsein programmieren können, um unsere Ziele mit Fokus und Leichtigkeit zu erreichen. 

Gewohnheiten verändern mithilfe des Unterbewusstseins

Das kennst du mit Sicherheit auch: Du möchtest gerne von einer alten Gewohnheit abkommen oder dir eine neue aneignen – doch früher oder später scheiterst du. Du verlierst die Motivation, kommst an eine Grenze. Und alles bleibt doch nur wieder beim Alten. 

Egal, ob es darum geht, mit dem Rauchen aufzuhören, mehr Sport zu treiben oder positiver zu denken: Der Grund hinter dem Scheitern ist dein Unterbewusstsein, das dich blockiert und sabotiert. Es steuert zu mehr als 90 Prozent dein Denken, Fühlen und Handeln und hat daher jede Menge Macht darüber, ob du deine Ziele mit Erfolg erreichst. 

Das gilt nicht nur für Gewohnheiten, sondern für jegliche positive Veränderung, die du dir für dein Leben wünschst: sei es ruhiger schlafen, Stress und Ängste überwinden, dein Selbstbewusstsein und Selbstvertrauen stärken oder deine Motivation und Disziplin steigern. Und auch für harmonische Beziehungen, beruflichen Erfolg und finanziellen Reichtum brauchen wir das Unterbewusstsein auf unserer Seite.

Wie kommen wir nun an diese unbewussten Kräfte heran? Zum einen durch verschiedene Techniken, die deinen Fokus auf dein Ziel ausrichten, wie etwa regelmäßiges Meditieren, Visualisieren oder Journaling. Zum anderen ist es wichtig, deine individuellen Gedanken und Überzeugungen, die dir den Weg zum Ziel erschweren bzw. verhindern, konkret zu identifizieren und zu lösen. Ein sehr schneller und effektiver Weg, deinen Fokus auf Erfolgskurs zu bringen und dabei gleichzeitig unbewusste Widerstände zu lösen, ist das Programmieren des Unterbewusstseins.

Dabei werden hinderliche Denk- und Verhaltensmuster durch förderliche Gedanken, Bilder und Handlungsabläufe ersetzt, damit neue Erfahrungen möglich werden. Diese Technik wird von Hypnosetherapeut:innen, Mentaltrainer:innen und manchen Coaches angewandt, ist aber auch selbstständig umsetzbar. 

Wie kann ich mein Unterbewusstsein programmieren? 

Um dein Unterbewusstsein neu zu programmieren, brauchst du positive Ziel-Formulierungen – sogenannte Suggestionen und Affirmationen –, die spezifisch auf deine Bedürfnisse zugeschnitten sind, sowie einen entspannten Trance-Zustand. Bevor wir in die einzelnen Schritte des Programmierens gehen (siehe Anleitung weiter unten), lass uns zuerst die genannten Begriffe klären. 

Suggestionen sind Sätze, die dein Denken, Fühlen und Handeln beeinflussen. Sie werden im Trancezustand angewandt, um eine gewünschte Verhaltens- oder Denkweise einer Person in einer bestimmten Situation zu fördern. Sie sprechen das Unterbewusstsein direkt an, sind meist in der Du-Form gehalten und können sehr schnell Veränderung bewirken. 

Affirmationen sind in der Regel thematisch etwas allgemeiner, d.h. losgelöst von konkreten Situationen, und in der Ich-Form formuliert. Sie werden meist im normalen Wachzustand regelmäßig wiederholt und dadurch mehr und mehr verinnerlicht. 

Tipp: Mit Affirmationen für die Geburt, Affirmationen für die Selbstliebe und Affirmationen für die Gesundheit kannst du dein Leben positiv verändern.

Trance ist ein angenehmer, natürlicher Entspannungszustand, in dem das Unterbewusstsein besonders empfänglich ist für Suggestionen und Affirmationen, da hier der rationale Verstand in den Hintergrund rückt. Du kennst einen solchen Trancezustand beispielsweise von langen Autobahnfahrten oder aus der Meditation. Dass man in Trance “komplett weg” ist, ist eine häufige Falschannahme. 

Unterbewusstsein umprogrammieren: Anleitung in 5 Schritten

1. Zukunfts-Ich konkretisieren: 

Stell dir dein ideales Zukunfts-Ich vor: Wie denkt, handelt und fühlt es? Welche Situationen, die heute noch eine Herausforderung sind, meistert es ganz selbstverständlich? Wie genau reagiert es in diesen Situationen konkret? Was denkt dein zukünftiges Ich über sich selbst? Lass dich auf deine Wunsch-Zukunft ein wie auf einen Kinofilm und notiere dir im Detail, welche Veränderung du für dich siehst. 

2. Glaubenssätze identifizieren: 

Je konkreter du verstehst, was dich bisher limitiert und blockiert, umso leichter kannst du es verändern. Du willst an die Wurzel deines Themas gehen und nicht nur an der Oberfläche kratzen. Versuche daher, deinen hinderlichen Gedanken und tieferliegenden Überzeugungen auf die Schliche zu kommen. Beobachte dafür, in welchen Situationen du ein unerwünschtes Ergebnis erhältst und welche Gedanken damit in Zusammenhang stehen. Zweifle diese Glaubenssätze an, nimm ihnen den Wahrheitsanspruch und mache dir bewusst, wer du ohne sie sein könntest. Es kann gut sein, dass du dabei weitere Ergänzungen für dein Zukunft-Ich (Schritt 1) findest.

3. Suggestionen formulieren: 

Formuliere positive Suggestionen, die deine Glaubenssätze entkräften und die Denk- und Verhaltensweisen deines idealen Zukunfts-Ichs ausdrücken. Schreibe einige Sätze oder mehrere DINA4-Seiten – es gibt keine Begrenzung. 

Beispiele für Suggestionen:

  • „Du bist entschieden und bereit, deine Ängste loszulassen.”
  • „Du siehst jede Herausforderung als Chance, dein Selbstbewusstsein zu stärken.”
  • „Du vertraust auf deine Fähigkeiten und bist immer gelassener und souveräner in jeder Situation.“

Worauf du bei deinen Suggestionen achten solltest: 

  • Nutze einfache, präzise Formulierungen in der Gegenwart.
  • Beschreibe immer, was du willst; nicht, was du nicht willst. Negative Formulierungen lenken den Fokus in die falsche Richtung.
    • Don’t:  “Ich möchte in schwierigen Gesprächen weniger Angst haben.”
    • Do: “Ich bin in schwierigen Gesprächen mutig und habe Vertrauen, die richtigen Worte zu finden.” 
  • Nutze offene, in die Zukunft gerichtete Formulierungen, damit dein Unterbewusstsein sie leicht aufnehmen und jederzeit weiter steigern kann, wie z.B.: „Mit jedem Tag breitet sich zunehmend ein Gefühl von Ruhe in dir aus”, „mehr und mehr” oder „immer besser”.
  • Verknüpfe deine Suggestionen mit konkreten Situationen und Handlungen: „Immer dann, wenn ein Gefühl von Stress in dir aufsteigt, atmest du drei Mal tief durch und dein Unterbewusstsein reguliert automatisch deine Atmung, deinen Puls und dein Nervensystem auf ein ruhiges Level.”
  • Suche nach Bildern und Vergleichen, damit aus trockenen Worten lebendige Vorstellungen werden. Bilder sind die Sprache des Unbewussten und wecken Emotionen.

    Beispiel: „Du bist ab jetzt und für alle Zukunft mehr und mehr in der Lage, das Leben zu meistern, mit jeder Aufgabe, die es an dich stellt. Wie ein mächtiger Elefant ruhst du in dir und stehst über den Dingen, bewegst dich gelassen und souverän durch dein Leben. Ein Schritt nach dem anderen. Überlegt und kraftvoll.”
  • Du kannst deine Sätze aus der Ich- oder Du-Perspektive formulieren, je nachdem, was sich für dich besser anfühlt. Die Worte, die dich möglichst direkt und emotional ansprechen, sind immer die besseren.

In Trance verankern: 

Nimm dir mehrere Minuten Zeit, um deine Aufmerksamkeit nach innen zu lenken und dich zu entspannen, zum Beispiel mithilfe einer Atem- oder Herzmeditation. Auf YouTube findest du viele Videos, die dir helfen, in Trance zu kommen. Einige Menschen beschreiben den Zustand “wie schwebend”, in jedem Fall solltest du dich im ganzen Körper ruhig und entspannt fühlen. Wenn du soweit bist, lies dir deinen Suggestionstext durch. Am besten laut, damit dein Hörsinn mit ins Spiel kommt. Lass auch Bilder (Sehsinn) und Emotionen entstehen. Du darfst dich auf deine neue Zukunft einlassen, wie auf einen Kinofilm.

So geht’s noch einfacher: Spreche dir deinen Text vorab als Audio-Datei ein, zum Beispiel per WhatsApp-Sprachnachricht an dich selbst. Wenn du deine eigene Stimme ungern hörst, bitte eine andere Person darum, den Text für dich einzusprechen. Man gewöhnt sich aber auch schnell an die eigene Stimme, versuche es ruhig einmal. 😉

Wende deine Suggestionen am besten täglich, mindestens drei Mal die Woche an, über einen Zeitraum von mindestens vier Wochen. Mit jeder Wiederholung integrieren und entfalten sie sich mehr und mehr in deinem Unterbewusstsein. Du wirst schnell feststellen, wie sich dein Fokus verändert und du andere Ergebnisse erhältst.

Neue Erfahrungen sammeln: 

Jede Veränderung braucht neue Erfahrungen, denn nur so knüpft das Gehirn nachhaltig neue neuronale Verbindungen. Suche deshalb nach Situationen, die deine neuen Denk- und Verhaltensmuster herausfordern. Damit machst du dir die natürliche Arbeitsweise des Unterbewusstseins zunutze und sammelst Belege für deine neue Realität: Die alten Muster treten immer weiter in den Hintergrund und ein neues Selbstbild formt sich.

Mit diesen fünf Schritten kannst du die Software deines unterbewussten Computers umschreiben und ihm ein Update einspielen. Manchmal zeigt sich die gewünschte Veränderung sofort. Manchmal braucht es mehrere neue Erfahrungen, bis sie sich voll manifestiert. In jedem Fall lohnt es sich, positive Impulse auf tieferer Ebene zu setzen, denn wir haben mehr Kontrolle als wir glauben. 

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